Heimstatt Esslingen e.V.
         
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Sozialpolitik

Rundbrief 2019
 
Liebe Freunde und Förderer,
sehr geehrte Damen und Herren,

"Es geht doch auch anders!" schrieb Thomas Gebauer von Medico International am 23.9.2019 in der Frankfurter Rundschau. "Die Befreiung aus Not müsste nicht länger in eine ferne Zukunft vertagt werden."

Eigentlich wäre es sehr einfach. Geld ist ja zumindest in unserem Land genug da, es ist halt leider nur sehr ungerecht verteilt. Die einen wissen gar nicht, wo sie die regelmäßig überwiesenen Millionenbeträge aus Dividenden und sonstigen Erlösen anlegen sollen, die anderen, wie z.B. die alleinerziehende Mutter, halbtags berufstätig und abhängig von Grundsicherungsleistungen, weiß nicht, wie sie die 80 € Nachforderung aus der Stromjahresrechnung bezahlen soll.

Als ich vor 15 Jahren bei Heimstatt angefangen habe, hatte ich noch die Hoffnung, dass die Welt eine gerechtere werden könne. Leider völlig vergebens.
Bundes- und weltweit geht die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander, die einen leben im puren Luxus, die anderen im Elend mit Hunger, Ausgrenzung und frühem Tod. Eine Änderung ist nicht in Sicht, der Neoliberalismus hat alle Lebensbereiche durchdrungen, nicht einmal Debatten über mögliche menschenfreundliche Alternativen werden geführt.
Den Preis zahlen in besonderer Weise die Menschen „im Schatten“. Sie sterben jünger, sie arbeiten in ausbeuterischen Arbeitsverhältnissen (fragen Sie mal Ihren Paketboten, wie und wo er angestellt ist und was er am Monatsende für seine Plackerei verdient), sie verlieren ihre Wohnung und finden keine neue, auch weil die sogenannten Mietobergrenzen in der Grundsicherung nicht nur in Esslingen marktfremd festgelegt sind.
"Prototyp einer Politik, die den Menschen zum reinen Objekt des wirtschaftlichen Geschehens degradiert." Zitat Heiner Geißler, 2005

Wie überhaupt der Tod Begleiter in der Sozialen Arbeit mit Armen ist. Bewohner von Heimstatt sterben viel zu früh. Ich denke noch an Mütze, der, wie auch Dieter, kurz vor dem 70. Geburtstag verstorben ist. Die meisten sterben jünger. Armut und das Leben am Rande kostet Lebenserwartung. Unvergesslich wird mir die letzte Taizé-Fahrt am Osterwochenende 2006 bleiben. Kurz danach habe ich den mir so nahe stehenden Mütze für immer verloren.
Unvergesslich auch der im Alter von 44 Jahren verstorbene Sven, der vor seinem Einzug bei uns Angst vor uns hatte und dann doch so glücklich und zufrieden geworden ist. Unvergesslich auch meine Kollegen Matthias und Thomas, die ich lieb gewonnen hatte und die viel zu früh gehen mussten. Der eine starb an verlorener Hoffnung, der andere an den Spätfolgen einer missglückten Magen-OP.

Ausblick - lesen Sie weiter: ...

 
» Der ganze Rundbrief 2019 (PDF)
 
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