Seit 1987 haben ca. 400 Menschen zur Heimstatt gefunden (Stand 2022). Wie lange unsere Mieter*innen bei uns bleiben, ist ganz unterschiedlich: Der eine verlässt uns, weil er vielleicht irgendwann auf die Straße zurückkehrt, die andere benötigt intensivere Unterstützung durch ein anderes Hilfsangebot. Am meisten freut es uns, wenn wir unsere Bewohner*innen dabei unterstützen können, den Weg in ein glücklicheres und menschenwürdigeres Leben zu finden.
Wie das aussehen kann, möchten wir Ihnen einmal anhand eines Abschlussberichtes einer gelungenen Begleitung zeigen:
Ambulant Betreutes Wohnen nach § 67 ff. SGB XII (Betreuungsschlüssel 1:14)
Ende der begleitenden Beratung zum 30.11.2021 (Abschlussbericht) bei Herrn L. R. (* 26.07.1979)
Sehr geehrte Damen und Herren,
die begleitende Beratung bei Herrn R. endet zum 30.11.2021; eine Verlängerung wird nicht beantragt.
Bei Herrn R. hat sich sehr viel zum Positiven gewendet und es ist mit zunehmender Dauer eine Stabilisierung eingetreten. Natürlich können wir alle nicht in die Zukunft schauen, aber wir gehen davon aus, dass Herr R. die besonderen sozialen Schwierigkeiten überwunden hat.
Herr R. lebt selbständig und regelt seine Angelegenheiten eigenständig und verantwortungsvoll.
In den vergangenen Jahren wurden hauptsächlich folgende Themenbereiche bearbeitet:
Die grundsätzliche Haltung von Herrn R. hat sich weg von prinzipieller Gleichgültigkeit hin zu einem verantwortungsvollen Umgang mit sämtlichen Angelegenheiten entwickelt. Es scheint, als habe er seine „jugendlich ignorante (pubertierende) und provokante Verhaltensweise“ endgültig abgelegt.
Auch die Beschäftigungslosigkeit wurde überwunden. Durch Arbeit auf dem freien Arbeitsmarkt mit mittlerweile unbefristeter Festanstellung ist Herr R. komplett sozialleistungsfrei.
Sukzessive konnten Verbindlichkeiten abgelöst und Schulden teilweise auch per Vergleich reguliert werden.
Den kompletten Bereich Finanzen bewältigt Herr R. mittlerweile selbständig, vorausschauend und souverän.
Herr R. weiß um seine gesundheitlichen „Gebrechen“. Er hält regelmäßig Kontakt zu entsprechenden Ärzten (tlwse. auch Kliniken) und „kehrt nichts mehr unter den Teppich“. Er ist an grundsätzlichen Klärungen interessiert. So ist z.B. auch eine nicht unerhebliche Gewichtsreduktion gelungen, an der er noch weiter arbeiten will.
Herr R. war seit vielen Jahren getrennt lebend. Er hat die Scheidung eingereicht und sie wurde vollzogen.
Diverse Belange mit dem Jugendamt konnten geklärt werden. Eine Angelegenheit ist noch nicht abgeschlossen, aber geregelt.
Ebenso klärt er momentan noch eine Angelegenheit mit der Krankenversicherung.
Insgesamt ist sein Umgang mit Formalitäten selbständig, zuverlässig und gewissenhaft.
Seit April 2020 wohnt er in gemeinsamer Wohnung mit der (neuen) Partnerin. Die Partnerschaft scheint stabil.
Ich erlebe Herrn R. reflektiert, ausreichend selbstkritisch und vorausschauend. Er hat gezeigt, dass er entstehende Probleme durchaus frühzeitig erkennen und vernünftige Problemlösungsstrategien entwickeln kann. Herr R. weiß, wo er sich informieren und Rat holen kann. Er nimmt am Leben in der Gemeinschaft und Gesellschaft teil, so dass auch hier kein „Vakuum“ besteht.
Er weiß auch, dass er sich trotz Beendigung unserer begleitenden Beratung bei entstehenden Problemen natürlich an uns wenden kann.
Die Entwicklung von Herrn R. ist so positiv, dass mit gutem Gewissen von einer gelungenen und erfolgreichen Wiedereingliederung und somit Überwindung der besonderen sozialen Schwierigkeiten gesprochen werden darf.
Natürlich wissen wir alle nicht, was auf uns zukommt, und ich hoffe, Herr R. straft mich nicht Lügen.
Auf seinem weiteren Lebensweg wünschen wir ihm alles Gute, viel Erfolg und eine weiterhin so positive Lebenseinstellung und Entwicklung.
Der Abriss des Martin-Luther-Gemeindehauses in der Riegelstr. 52 in Ostfildern – Nellingen ist in vollem Gange!
So wird Raum geschaffen für unser Bauprojekt, mit dem wir sieben bislang wohnungslosen Menschen ein neues Zuhause ermöglichen möchten. Lesen Siehier
Ganz besonders freuen wir uns, dass Teile des Gebäudes noch für einen sinnvollen und vor allem sozialen Zweck Verwendung finden! Herr Bretschneider, der Vorsitzende des Kirchengemeinderats Nellingen Parksiedlung Scharnhauser Park:
„Die Erinnerung an das Martin-Luther-Haus wird in der Kirchengemeinde lebendig gehalten, so empfängt das Wandbild aus dem Saal (siehe unten abgebildet) nun die Gäste im Foyer des Gemeindehauses in der Eugen-Schumacher-Straße. Die Einbauküchen und die meisten Fenster werden nach einem Transport über das Gustav-Adolf-Werk in der Ukraine beim Wiederaufbau hilfreich sein.“
Wandbild im Gemeindehaus der Eugen-Schumacher-Straße
Seit Oktober 2022 bieten wir wieder niedrigschwellige, aufsuchende Beratung in den kommunalen Notunterkünften in Ostfildern und Denkendorf an.
Wir unterstützen bei Anliegen aller Art, seien es Probleme mit Finanzen, Arbeit, Energie, Wohnung, Gesundheit, Schulden, Kinderbetreuung, Umgang mit Behörden uvm. Wir verweisen an oder begleiten zu den richtigen Stellen und Ansprechpartner*innen, z.B.:
Jobcenter
Landratsamt
Arzt
Pflegedienst
Krankenkasse
Rentenversicherung
Schuldnerberatung
Suchtberatung
Stadtverwaltung
Vereine
Ambulant betreutes Wohnen
besondere Wohnformen
So individuell wie die Menschen und Bedarfe sind, so individuell gestaltet sich auch unsere Beratung.
Mietschulden
Wir arbeiten mit der Fachstelle für Mietschulden des Landratsamts Esslingen zusammen. Wenn Sie von einer Räumungsklage betroffen sind oder Energieschulden haben, dürfen Sie sich gerne an uns wenden. Möglicherweise wird Ihnen ein Darlehen gewährt, um Ihre Mietrückstände zu tilgen.
Notunterkunft Ostfildern Kirchheimer Str. 117, 73760 Ostfildern-Ruit dienstags 14-16 Uhr
Sehr gerne dürfen Sie sich auch telefonisch oder per E-Mail direkt bei unseren Sozialarbeiterinnen melden und individuell Termine vereinbaren. Wir kommen auch gerne zu Ihnen nach Hause!
Das Projekt TOP-ES wird im Rahmen des Programms „EhAP Plus – Eingliederung hilft gegen Ausgrenzung der am stärksten benachteiligten Personen“ durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und die Europäische Union über den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) gefördert.
Andrea Lindlohr, Staatssekretärin im Ministerium Landesentwicklung und Wohnen vom Landtag in Baden-Württemberg, informiert sich über das Projekt “Ein Zuhause geben” und trifft dazu die Mitglieder der Steuerungsgruppe Janina Baaken / Geschäftsführerin von Heimstatt Esslingen e.v., Doris Ayena / Projektverantwortliche, Astrid Spurk / Sozialplanerin im Landratsamt Esslingen und Barbara Straub / Referat für Chancengleichheit der Stadt Esslingen.
Pressemitteilung der Liga der freien Wohlfahrtspflege im Landkreis Esslingen PM Liga Reform GrundsicherungHerunterladen Lisa Pranter, Janina Baaken, Nathalie Schönfeld, Elke Willi (v.l.)
Quelle: www.pexels.com Mit Kanonen auf Spatzen: Warum 100%-Sanktionen beim Bürgergeld den sozialen Frieden gefährden Die Bundesregierung plant drastische Verschärfungen bei den Sanktionen im Bürgergeld (bzw. bald "Grundsicherung für Arbeitssuchende) – künftig sollen Leistungskürzungen bis zu 100 Prozent möglich sein, einschließlich der Kosten für Unterkunft und Heizung. Die Begründung: Mehr Menschen sollen schneller in Arbeit weiterlesen...